Wie alles anfing Teil 1
Januar 21st, 2012Bevor im vergangenen Jahr Dieter Eggert, das letzte Gründungsmitglied, den Verein verließ, um sich dem Golf Sport zu widmen, war schon die Idee geboren, an der Chronik des Vereins zu arbeiten. Es wurde nach Dokumenten, Bildern und Geschichten aus den 70er, 80er Jahren gefahndet und siehe da, so manch einer fand etwas in seinem Privat-Archiv. Dieses Material wollen wir euch nicht vorenthalten.

Gründungsversammlung in der Gaststätte Nodorp auf dem Lühe Deich am 16.August 1977 von links: Heinrich Heiduczek, Gerhard Mahl, Dr. Harald Schwander, Claus Tiedemann, Georg Seidenschnur und Hans Hestermann (nicht im Bild: Dieter Eggert)
16. August 1977
Das ist das Gründungsdatum des Tennisclub Lühe e.V. - eine Zeit, die unsere Kinder aus den Geschichtsbüchern kennen. Damals gab es noch eine EWG und das bedeutete nicht nur „Einer Wird Gewinnen“. Es gab in dem Jahr den Baader-Meinhof-Prozess, einen Bundeskanzler Helmut Schmidt, die erste Ausgabe der Frauenzeitschrift Emma, aber leider nicht mehr den berühmten Hüft-Schwung-Rock’n Roller Elvis Presley – er starb am Gründungstag des TCL.
Boris Becker war gerade erst zehn Jahre alt und wusste bestimmt schon, dass er anstelle von Björn Borg acht Jahre später Wimbledon gewinnen würde. Tennis war in der Zeit
ein bisschen elitär, aber auch sehr populär. So war die Schaffung einer Tennisanlage in Grünendeich kein abwegiger Plan. Zwei Leute hatten die Idee, hörten sich ein bisschen um, ob es noch Mitstreiter geben könnte, fanden sie und gründeten den Verein. Es waren: Dieter Eggert, Heinrich Heiduczek, Hans Hestermann, Gerhard Mahl, Dr. Harald Schwander, Georg Seidenschnur und Claus Tiedemann. Ein Aufruf in der Zeitung „Dat Ole Land“ sorgte dafür, dass 120 Personen zur Gründungsversammlung erschienen – eine überwältigende Resonanz. Die Suche nach einem Standort für die Tennisanlage kann nicht so schwierig gewesen sein, denn es standen fünf mögliche Flächen zur Verfügung. Allerdings waren nicht überall die Anwohner erfreut über die mögliche Nachbarschaft zu ploppenden Filzbällen. Die Entscheidung fiel auf das Grünendeicher Neubaugebiet in Elbnähe (damals noch fast unbesiedelt) und so konnten auf 6500 m²

Hier entsteht kein Swimmingpool, sondern ein Clubhaus Fundament. Während einige Clubmitglieder bis über beide Knöchel den flüssigen Beton rühren, wird auf dem Nachbarplatz ungerührt Tennis gespielt
Grundstück die vier Grandplätze in Eigenarbeit entstehen. Nach zwei Jahren wurde der Spielbetrieb aufgenommen – die Plätze waren fertig. Zu der Zeit hatten sich schon 250 Mitglieder in die Vereinsliste eingetragen.
Man glaubt es kaum – noch ein paar Jahre später als Boris Becker und Steffi Graf das Sportprogramm im Fernsehen bestimmten, waren es 400 Spielerinnen und Spieler im TC Lühe. Es gibt noch Vereinsmitglieder unter uns, die zu der Zeit in den Verein eintreten wollten und nicht durften(!), weil es einen Aufnahmestopp gab.
Im Anschluss an den Platzbau erfolgte die Erstellung des Clubhauses und schon beim Fundament war Eigeninitiative gefragt. Solange das Blockhaus noch nicht stand, saß man nach getaner Arbeit oder intensivem Spiel im Freien und bewirtete sich selbst. Es muss ein intensives Vereinsleben gegeben haben. Großen Stellenwert hatten die Vereinsmeisterschaften, aber auch außerhalb des Tennisplatzes gab es Radtouren, Grillabende, Schollenessen, Grünkohlessen, Skatturniere, Weinproben und der jährliche traditionelle Tennisball. Auf Nachfrage wollten die Zeitzeugen zu den einzelnen Veranstaltungen nicht ins Detail gehen – eines aber steht fest: Sie hatten Spaß.
Es könnte ja vielleicht doch sein, dass sich der ein oder andere zu einem kleinen Erlebnisbericht in Sachen Chronik hinreißen lässt. Das Redaktionsteam wartet gespannt und freut sich über jeden Artikel.
Who is who im TCL?
Wer sich hier wiedererkennt, der möge sich doch bitte bei der Redaktion schriftlich, telefonisch oder per E-Mail melden. Selbstverständlich könnt ihr auch andere anschwärzen und uns sagen, wer damals bei der Fotosession dabei war. Eure Informationen werden von uns natürlich nicht vertraulich behandelt, sondern garantiert weiterverbreitet und veöffentlicht.
Danke schon im Voraus für eure Indiskretion,
Euer Redaktionsteam








